Beim Österreichischen Tourismustag 2026 wurde die strategische Weichenstellung für die Zukunft der heimischen Tourismusbranche präsentiert. Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Österreich Werbung (ÖW) haben eine gemeinsame KI-Strategie sowie eine Internationalisierungsoffensive ins Leben gerufen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die weltweite Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Österreich angesichts tiefgreifender Veränderungen in den globalen Buchungs- und Planungsprozessen langfristig abzusichern.
Grundlage der Neuausrichtung bildet das neue strategische Zukunftsbild „Vision T“ sowie zwei aktuelle Studien zum veränderten Reiseverhalten. Die Daten belegen eine rasante digitale Transformation: In einzelnen Herkunftsmärkten nutzen bereits über 40 Prozent der Reisenden künstliche Intelligenz (KI) für ihre Urlaubsplanung. Die ÖW wurde daher beauftragt, einen konkreten KI-Fahrplan für die Branche zu entwickeln und das internationale Marketing über ein neues Märktebewertungsmodell strategisch anzupassen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Generation Z. Diese junge Zielgruppe soll über digitale Touchpoints und soziale Medien emotional abgeholt werden. Mit dem neuen Beteiligungsformat „GenZ goes GenT“ will man die Jugend jedoch nicht nur als künftige Gäste gewinnen, sondern sie auch gezielt als dringen benötigte Arbeitskräfte und Saisoniere für die Branche ansprechen.
Das Destinations-Netzwerk Austria (dna), das rund 97 Prozent der heimischen Tourismusregionen vertritt, signalisierte breite Unterstützung für die „Vision T“. Gleichzeitig drängt die Branchenvertretung unter dna-Präsident Mathias Schattleitner auf eine rasche und spürbare Umsetzung vor Ort. Die strategischen Kernbereiche – darunter Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Arbeitskräfte und regionale Wertschöpfung – dürften keine bloßen Lippenbekenntnisse bleiben. Besonders positiv hervorgehoben wird, dass die Strategie den Nutzen des Tourismus für die lokale Bevölkerung und den Lebensraum in den Vordergrund stellt. Der Erfolg der Digital- und Internationalisierungsoffensive entscheidet sich laut dna maßgeblich an der konkreten Umsetzung und Verankerung in den einzelnen Regionen. © BMWET